Internationale Musikfestwochen Luzern

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Internationale Musikfestwochen Luzern

Internationale Musikfestwochen Luzern

Luzern, am 25. August 1938. Im Park vor Richard Wagners Villa in Tribschen greift Arturo Toscanini, die italienische Dirigentenlegende, zum Taktstock und leitet ein speziell für ihn zusammengestelltes Eliteorchester. Unter den Musikern, die er um sich geschart hat, finden sich renommierte Solisten und Kammervirtuosen, voran das Busch-Quartett an den ersten Streicherpulten, während sich die Stammbesetzung aus den Reihen des Orchestre de la Suisse Romande konstituiert. Hier, in der idyllischen Landschaft am Vierwaldstättersee, die Meisterwerke der Musik spielen oder hören zu dürfen, erscheint vielen wie ein Hoffnungsstrahl in dunkler Zeit. Deutschland und auch Österreich sind in den Fängen der Nazidiktatur; bei den Bayreuther oder den Salzburger Festspielen aufzutreten, ist für Künstler wie Toscanini oder seine Kollegen Bruno Walter und Fritz Busch schon aus moralischen Gründen nicht möglich. Aber die Schweiz ist unabhängig und frei, Luzern mit seiner malerischen historischen Altstadt ein Ort, der prädestiniert scheint für ein Fest der Musik. Und so schlägt an diesem 25. August nicht zufällig die Geburtsstunde des heutigen LUCERNE FESTIVAL, das Sommer für Sommer die Besten der Zunft zusammenführt: Orchester und Dirigenten aus aller Welt, Ensembles, Instrumental- und Vokalsolisten.

Einen ausführlichen Bericht über die Geburtsstunde von LUCERNE FESTIVAL und Toscaninis «Concert de Gala» lesen Sie hier.

In den bald 75 Jahren seines Bestehens hat sich naturgemäss vieles verändert. Das Festival, dessen erste Saison 1938 nur zehn Konzerte umfasste, ist seither beträchtlich gewachsen – rund 120.000 Besucher werden mittlerweile per annum gezählt –, und es hat sich verzweigt. Seit 1988 kommen auch zu Ostern Musikfreunde aus aller Herren Länder nach Luzern, seit 1998 wiederum findet im Spätherbst LUCERNE FESTIVAL am Piano statt, exklusiv gewidmet der Klavierkunst. Mit Gastspielen der Wiener und der Berliner Philharmoniker begann in der zweiten Hälfte der fünfziger Jahre die alljährliche Parade internationaler Spitzenorchester im Sommer. 1970 wurde das Programm des Festivals erstmals unter ein Motto gestellt – diese Idee ist bis heute lebendig geblieben. Auch die Verpflichtung eines zeitgenössischen Komponisten, dessen Werk im Brennpunkt des Spielplans steht, geht auf das Jahr 1970 zurück. Damals hiess die Reihe «Perspektiven», heute firmiert das Projekt unter dem Titel «composer-in-residence». Die «Debut»-Konzerte, zunächst annonciert als «Junge Solisten», gründen im Sommer 1973; jährlich wechselnde «artistes étoiles» prägen das Programm seit 1999. Ein vorzüglicher neuer Konzertsaal, den der französische Stararchitekt Jean Nouvel entworfen hat, steht LUCERNE FESTIVAL seit 1998 zur Verfügung. Die Vision von Arturo Toscanini aber, Musik in Massstäbe setzender Qualität aufzuführen, fernab von Dienstplänen und Repertoireroutine – sie ist lebendig geblieben und wird mit neuem Geist erfüllt: Mit Gründung des LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA unter Claudio Abbado, das seit 2003 die Sommersaison eröffnet, ist sie zu neuer Blüte gelangt. Und seit 2004 gibt es mit der LUCERNE FESTIVAL ACADEMY, die Pierre Boulez leitet, ein eigenes Ausbildungsinstitut, das junge, hochbegabte Musiker und Musikerinnen in die Kunst der Interpretation moderner Musik einführt.

Eine Übersicht nach Jahren finden Sie in der rechte Spalte dieser Seite.

Musikfestival i Luzern/Lucerne

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